Musmehl / Tsampa: Mehl aus geröstetem Getreide

oder: „Instant-Frühstücksbrei aus geröstetem Getreide“ bzw. „Alternative zu Haferflocken“ :)

Mehl aus gerösteter Gerste ist ein traditionelles Grundnahrungsmittel in verschiedenen Teilen der Welt (Tsampa in Tibet, Zamba in der Mongolei, Gofio auf den Kanaren und in Lateinamerika oder früher Musmehl in Deutschland, und viele andere.) Es hat einen nussig-karamelligen Geschmack und es lässt sich damit ohne Kochen mit heißem Wasser/Tee und Milch ganz schnell ein leckerer Brei zaubern. Eine gesunde Alternative zu Müsli. Ich habe es inzwischen schon mehrmals selbst gemacht und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis – es schmeckt wie das gekaufte (teure) Sonams Tsampa! Seit einigen Wochen esse ich es als Frühstücksbrei in verschiedenen Variationen und liebe es. Neben der klassischen Variante aus Gerste habe ich es außerdem aus Hafer (super lecker) und Weizen gemacht. Diese Woche erstmals als Malz aus gekeimtem Weizen (siehe Fotos unten).

Mehr zum gesundheitlichen Wert dieses traditionellen Lebensmittels und man es selbst herstellen kann erfahrt ihr im Artikel „Musmehl oder Tsampa: internationales Superfood“ auf http://www.traditionelle-ernaehrung.de

  1. Phytinsäure: In der Diskussion um Traditionelle Ernährung wird empfohlen, Getreide aufgrund der Phytinsäure vor Verwendung einzuweichen oder zu säuern. Ich habe das ausprobiert, und fand das Ergebnis ohne Einweichen leckerer und einfacher in der Zubereitung. In Tibet wird die Gerste vor dem Rösten auch nicht eingeweicht, nur gewaschen und getrocknet. Erdenechimeg hat mit bestätigt, dass es in der Mongolei genau so gemacht wird. Aus dem kürzlich hier geposteten Artikel zur Phytinsäure (siehe unten) habe ich herausgelesen, dass Rösten ebenfalls den Phytinsäuregehalt reduziert, ebenso wie eine biologische Anbauweise und gewisse Verträglichkeit. Außerdem soll Phytinsäure in geringem Maße auch positive Eigenschaften haben – ist es also sinnvoll sie komplett entfernen zu wollen? Meine These wäre nun, dass der Gehalt an Phytinsäure in gewaschenem und gerösteten, aber nicht eingeweichten Bio-Getreide unbedenklich sein sollte.
  2. Ich habe kürzlich in einem Buch von Kollath gelesen, dass das tibetische Tsampa nicht nur aufgrund der Ballaststoffe so gesund ist, sondern vor allem, weil es bei relativ niedrigerer Temperatur geröstet wird und so mehr Nährstoffe des ganzen Kornes erhalten bleiben. Ich röste es bei 120C, womit ich denselben Effekt erziele. Was denkt ihr darüber?
  3. So bereite ich Musmehl zu: Ich breite je 500g Getreide auf einem Backblech aus und röste es bei 120°C etwa 1,5 Stunden. Das Ergebnis sollte nussig-karamellig riechen, aber nicht zu dunkel sein. Vor Verzehr mahle ich es frisch in einer kleinen Kaffeemühle, damit es nicht ranzig wird.

Gerste
Hafer und Weizen-Malz

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